Startseite SHK-DIREKT Shop - Direktvertrieb für das Sanitär Heizung Klima und Lüftung Handwerk
  Gast

SHK-DIREKT Online-Shop / Forum / Shop 33 Kopf- und Handbrausen - Brausesysteme

Shop 33 Kopf- und Handbrausen - Brausesysteme - Preisabsprachen Kalte Dusche für das Sanitär-Kartell

am 28.07.2010 08:57 schrieb Jan

Jahrelang haben deutsche Verbraucher zu viel Geld für Badewannen, Duschkabinen und Wasserhähne bezahlt. Jetzt müssen die Sanitär-Ausstatter dafür büßen. Fast jeder bekannte Hersteller hat mitgemacht.
Wegen verbotener Preisabsprachen verhängte die EU-Kommission gegen 17 Firmen Geldstrafen von insgesamt 622 Millionen Euro. Dem Kartell gehörten sechs deutsche Badezimmer-Ausstatter an, darunter Villeroy & Boch. Das Unternehmen muss aus dem Sextett mit 71,5 Millionen Euro die höchste Strafe zahlen. „Dieses Kartell hat den Bau- und Handwerksfirmen ebenso wie vielen Verbrauchern geschadet“, sagte EU-Wettbewerbskommissar Joaquín Almunia am Mittwoch in Brüssel. Er empfahl Geschädigten, die Firmen zu verklagen.

Der Zentralverband Sanitär, Heizung, Klima (ZVSHK) kündigte an, mögliche Forderungen gegen die Unternehmen zu prüfen. „Wir sind verpflichtet, im Interesse unserer Betriebe Schadenersatzklagen zu prüfen“, sagte ZVSHK-Sprecher Frank Ebisch der „Badischen Zeitung“. Der Verband vertritt nach eigenen Angaben 30 000 Handwerksbetriebe in Deutschland, die 2008 einen Umsatz in Höhe von knapp 27 Milliarden Euro erwirtschafteten. Villeroy & Boch kündigte hingegen an, voraussichtlich Rechtsmittel gegen die Strafe einlegen zu wollen. Die Begründung des Bußgeldbescheids liege aber noch nicht vor. Das Unternehmen wolle vorsorglich Geld für die Strafzahlung zurücklegen.

Organisiertes Badezimmer-Kartell
Laut EU-Kommission hielten die Sanitärunternehmen in Deutschland und fünf weiteren EU-Ländern zwölf Jahre lang die Preise künstlich hoch. Aus Deutschland beteiligten sich außer Villeroy & Boch die Unternehmen Dornbracht, Duravit, Grohe, Hansa und Kludi. Grohe wurde die Geldbuße um ein Drittel erlassen, weil das Unternehmen mit der EU-Kommission zusammenarbeitete. Die höchste Strafe brummten die Wettbewerbshüter dem US-Hersteller Ideal Standard mit 326 Millionen Euro auf. „Dieses Kartell kann als wohlorganisiertes Kartell gelten“, sagte Almunia. Die Firmen hätten die Preise für Spülkästen, Duschkabinen, Duschtüren, Badewannen und Armaturen im Detail abgesprochen. Mehr als 250-mal hätten sich Firmenvertreter getroffen.

Ein verbotenes Kartell zu bilden, kann für ein Unternehmen teuer werden, denn die EU sieht Strafen von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes vor. In diesem Fall bleiben die Beträge aber weit darunter. Grund dafür ist die aktuelle Wirtschaftskrise, in der die EU-Kommission Rücksicht auf die schwierige Lage vieler Firmen nimmt. So hatten einige Kartellsünder erklärt, sie würden pleitegehen, wenn sie die üblichen hohen Summen zahlen müssten. „Es geht in der Wettbewerbspolitik nicht darum, Unternehmen den Todesstoß zu versetzen“, betonte Almunia.

www.focus.de